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SÜDTIROL NACH 1918
SÜDTIROL NACH 1918
Autonomie als Vorzeigemodell
In der Folgezeit wurden der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol vom Staat weitere Kompetenzen übertragen: die Verteilung elektrischer Energie, die Schulordnung des Landes und die Errichtung einer Universität. Am 31. Oktober 1997 wurde daraufhin Südtirols erste Uni gegründet, die Freie Universität Bozen mit Sitz in Bozen und Brixen. Einen gewissen, zumindest vorläufigen Abschluss in dieser Entwicklung brachten 2001 die Abänderung des Autonomiestatutes aus dem Jahre 1972 sowie die Abänderung der italienischen Verfassung.

Die Abänderung des Autonomiestatutes brachte dem Land Südtirol (und der Nachbarprovinz Trentino) eine deutliche Aufwertung gegenüber der Region. So werden die Abgeordneten jetzt nicht mehr als Regionalratsabgeordnete gewählt, sondern als Landtagsabgeordnete nach einem Wahlrecht, das sich das Land selbst geben kann. Diese Bestimmung wurde bereits 2003 bei der ersten darauf folgenden Landtagswahl angewandt. Eine weitere wichtige Änderung geht besonders zu Gunsten der ladinischen Sprachgruppe, die von nun an auch in der Landesregierung vertreten sein kann.

Ebenso steht einem Abgeordneten bzw. einer Abgeordneten der ladinischen Sprachgruppe das Amt eines Vizepräsidenten bzw. der Vizepräsidentin des Landtages zu, mehr noch: Mit dem Einverständnis der Abgeordneten der deutschen bzw. italienischen Sprachgruppe könnte ein Abgeordneter oder eine Abgeordnete der ladinischen Sprachgruppe, also der kleinsten Sprachgruppe im Land, das Amt des Landtagspräsidenten bzw. der Landtagspräsidentin bekleiden.

Der Einsatz aller Beteiligten hat die Autonomie Südtirols zu einem Vorzeigemodell gemacht. Auch wenn die neuen Kompetenzen eine immer größere Verantwortung und Sorgfalt in deren Wahrnehmung erfordern, so hat Südtirol ein noch nie zuvor gehabtes Maß an Selbstverwaltung vorzuweisen. Somit ist die Autonomie Südtirols neben der Kultur und der Landschaft ein weiteres einzigartiges und ganz besonderes Merkmal unseres Landes.