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SÜDTIROL NACH 1918
SÜDTIROL NACH 1918
Die Option
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland wurden die Faschisten Verbündete der Nationalsozialisten. Dadurch wurde der Brenner als Südgrenze des damaligen "Deutschen Reiches" sogar noch untermauert.

Besonders einschneidend für Südtirol war das Deutsch-Italienische Abkommen zur Umsiedlung der Südtirolerinnen und Südtiroler, das am 22. Juni 1939 in Berlin besiegelt wurde. Bis Jahresende konnten die Südtiroler sich entscheiden für die deutsche Staatsbürgerschaft mit der Auflage der Abwanderung ins Reich oder für die Beibehaltung der italienischen Staatsbürgerschaft, wobei keinerlei Schutz für ihr Volkstum bestand. Wer keine Wahl im einen oder anderen Sinn traf, dem blieb automatisch die italienische Staatsbürgerschaft.

Das war die "Option", die die Bevölkerung in die so genannten Optanten und Dableiber spaltete. Nicht zuletzt durch die einseitige Propaganda entschieden sich satte 86% für die Auswanderung. Der Zweite Weltkrieg verhinderte aber großteils die Durchführung der Umsiedlungspläne. Nach dem Fall des Faschismus 1943, dem Einmarsch deutscher Streitkräfte in Südtirol und der Errichtung der „Operationszone Alpenvorland“, zu der die Provinzen Bozen, Trient und Belluno zusammengeschlossen wurden, kamen neue Schrecken hinzu: Zwangseinberufung und Sippenhaft verbreiteten Angst und Schrecken in Südtirol. Der Widerstand und der Kampf für Südtirols Kultur lebten trotzdem weiter, nur seine Gegner veränderten sich. Im Juli 1944 wurde von der NS-Besatzung in der Kaiserau bei Bozen ein so genanntes „polizeiliches Durchgangslager“ errichtet. An die 11.000 von den Nazis Verfolgte wurden dort zeitweise festgehalten.