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SÜDTIROL NACH 1918
SÜDTIROL NACH 1918
Los von Trient!
Aus Rom wehte ein autonomiefeindlicher Wind. Dies bemängelte man auch von österreichischer Seite. Österreich wurde durch den Staatsvertrag im Mai 1955 ein souveräner Staat und damit frei von der alliierten Besatzung. Nun war es bestrebt, über seine Außenpolitik in Rom die Umsetzung des Pariser Vertrages zu erreichen. Die römische Regierung aber sah das Südtirolproblem als innerstaatliche Angelegenheit an und den Pariser Vertrag bezüglich der Autonomie als erfüllt. Außerdem förderte die römische Regierung die Zuwanderung von Italienern nach Südtirol. Die Lage spitzte sich zu, als Rom im Oktober 1957 die Errichtung eines neuen Stadtteils mit fünftausend Wohnungen in Bozen ankündigte. Dies erhöhte in der deutschen Sprachgruppe die bereits bestehende Angst vor italienischer Unterwanderung.

Daraufhin hielt die Südtiroler Volkspartei (SVP) am 17. November 1957 eine Protestkundgebung auf Schloss Sigmundskron ab. Dort forderte der Parteiobmann der SVP Silvius Magnago mit dem „Los von Trient“ eine eigene Autonomie für Südtirol. Rom gab nicht nach. Nachdem Italien dem Drängen Österreichs, Verhandlungen aufzunehmen, nicht entsprach, brachte der österreichische Außenminister Bruno Kreisky das Südtirolproblem vor die Vereinten Nationen (UNO). Die UNO-Vollversammlung forderte 1960 und 1961 Österreich und Italien auf zu verhandeln und eine Lösung hinsichtlich der Durchführung des Pariser Vertrages zu finden.