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SÜDTIROL NACH 1918
SÜDTIROL NACH 1918
Südtirol unter dem Faschismus
Plötzlich waren Südtirols deutsch- und ladinischsprachige Bewohner und Bewohnerinnen im Staat eine sprachliche Minderheit. Trotzdem wurden Südtirol und auch anderen neu eingegliederten Gebieten Italiens Sonderrechte zugesichert: darunter der Fortbestand ihrer eigenen Schulen, Institutionen und Vereine. Auch über Autonomierechte wurde schon gesprochen. Das sollte sich aber schnell ändern, denn mit der Machtergreifung des Faschismus kam es zur „Assimilierung“ und "Italianisierung": Nach dem Willen der Faschisten sollte im gesamten Staat Italien nur mehr die italienische Sprache und Kultur existieren; also durfte es keine Minderheiten, keine anderen Sprachen und keine anderen Kulturen mehr geben.

Ziel der Faschisten war es, für die Menschen in Südtirol und anderen Gebieten mit Sprachminderheiten das Ende ihrer Identität herbeizuführen. Der Versuch der Italianisierung durch die Faschisten war der Beginn massiver Unterdrückung. Vehementester Vertreter der Assimilierungs- und Italianisierungpolitik war Ettore Tolomei. Sein Programm war umfassend: Es sah beispielsweise das Verbot des Namens Tirol vor, die Italianisierung der Orts- und Flurnamen, die Italianisierung der Familiennamen und Grabinschriften, den Unterricht ausschließlich in italienischer Sprache, Italienisch als alleinige Amtssprache u. a. m. Alles Deutsche wurde aus dem öffentlichen Leben gestrichen.
So sollte ganz Italien einheitlich italienisch erscheinen.

Sofort regte sich in Südtirol Widerstand gegen die Unterdrückungen. Kanonikus Michael Gamper baute unter Mithilfe von mutigen Lehrpersonen im ganzen Land deutsche Geheimschulen auf. Im Untergrund wurde auf diese Weise versteckt deutscher Unterricht erteilt. Das waren die so genannten Katakombenschulen, die die faschistischen Behörden mit rücksichtsloser Härte verfolgten.