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SÜDTIROL VOR 1918
SÜDTIROL VOR 1918
Römerzeit und Völkerwanderung
Die frühesten Zeugnisse römischen Einflusses sind im Bereich des Überetsch gefunden worden. Im Sommer des Jahres 15 vor Christus wurden Gebiete der Alpen im Bereich um Brenner und Reschen sowie Teile des nördlichen Alpenvorlandes von den Stiefsöhnen des Kaisers Augustus, Drusus und Tiberius, für das Römerreich erobert. Tiberius rückte im Westen in das Bodenseegebiet vor; Drusus dagegen weiter östlich durch das Etsch- und Eisacktal über den Brenner in das Inntal und weiter ins Alpenvorland. Bald darauf unterstellte sich das Königreich Noricum freiwillig der römischen Oberhoheit. Dies bedeutet, dass auch das zu Noricum gehörige Pustertal und das Gebiet des heutigen Osttirol zum Römerreich kamen.

Die unter Kaiser Claudius (41 – 54 n. Chr.) eingeführte Verwaltungsorganisation sah vor, dass der Großteil des späteren Tirol der Provinz Raetia mit der Hauptstadt Augusta Vindelicorum (Augsburg) angehörte.

Ab der Römerzeit entstanden nach und nach bessere Straßen. Unter der Herrschaft des Kaisers Claudius wurde die nach ihm benannte Via Claudia Augusta gebaut. Einem im Vinschgau gefundenen Meilenstein zufolge wurde diese Römerstraße 46 vor Chr. vollendet. Sie verlief von Ostiglia am Po etschaufwärts über den Reschen und den Fernpass bis nach Augsburg. Es entwickelte sich zunehmend mehr Handel, und so wuchsen viele Siedlungen. Für die Entwicklung unseres Landes in den nachfolgenden Jahrhunderten war die Via Claudia Augusta von ganz entscheidender Bedeutung. Durch den wachsenden Handels- und Reiseverkehr trafen auch viele verschiedene Einflüsse von Kultur und Sprache aufeinander. Nach dem Niedergang Westroms drangen im Zuge der Völkerwanderung neue Völker vor.

Das Zusammenleben verschiedener Sprachgruppen und Kulturen gehört also schon lange Zeit ganz typisch zu Südtirol. Einflüsse aus verschiedenen Teilen Europas prägten und veränderten im Laufe der Jahrhunderte das Land und auch umliegende Gebiete. So ergab sich für Südtirol eine Vielfalt an Kulturen und Sprachen.